03. Mai 2008 Drucken E-Mail

Zärtlichkeiten mit Freunden

-Musik-Kasperett -

Bild Zärtlichkeiten mit Freunden

Die bekannte Band Zärtlichkeiten mit Freunden ist gut bis sehr gut. Stefan Schramm und Christoph Walther sind die beiden Grobmusiker Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch. Sie bezeichnen sich selbst als Zuzweitunterhalter und dass was sie tun, ist Musik-Kasperett, nichts anderes. Der zweistündige Auftritt der beiden ist schnell vorüber.

Sie holen den Probenraum auf die Bühne und spielen bekannte Hits aus der Jugend verschiedener Generationen. Aber das ist ihnen nicht genug - sie machen auch Witze. Unterm Strich werden während des Programms vielleicht acht Lieder gespielt. Den Rest der Zeit werden Abläufe erklärt, es wird über Fußreflexzonen gesprochen, Sprecherziehung erteilt, und das Publikum bekommt auch sein Fett weg.

Mit artistischem Geschick wird rückwärts Schlagzeug gespielt - eine Gummimaske auf dem Hinterkopf macht die Illusion perfekt. Der tragisch-komische Musikschüler Rico Rohs aus Oppitzsch erzählt, wie er seine Nachbarin auf dem Fußballplatz notoperiert hat. Und während Ines Fleiwa mit Inbrunst das Abschiedslied singt, baut Cordula Zwischenfisch immer weiter trommelnd schon mal das Schlagzeug ab.

In den letzten Jahren haben "Zärtlichkeiten mit Freunden" auf zahlreichen Festivals gespielt und diverse Kleinkunstpreise gewonnen, u.a. 2005 den Münchner Kabarett-Kaktus, 2006 den Hamburger Comedy-pokal, und das Passauer Scharfrichterbeil, 2007 den Prix Pantheon in der Kategorie "Frühreif und Verdorben".

Aus der Laudatio der Jury beim Prix Pantheon 2007:

"Immer wieder locken einen Christoph Walter und Stefan Schramm auf die falsche Fährte. Mühelos stolpern sie zwischen Musiknummer, Kabarett und Theater in jede Peinlichkeit, zwei groteske Versager, immer einen Schritt schneller als ihre Zuschauer. Dabei sind sie selbst oft provozierend langsam, diktieren unmissverständlich das Tempo. Ihre Auftritte wirken wie eine zufällige Improvisation und doch ist alles höchst kunstvollgesetzt und dabei voller Poesie, die nie bemüht wirkt. Sie verkörpern eine wunderbar altmodisch anarchische Form von Kabarett und könnten Helge Schneider oder Monty Python als Paten haben. "Zärtlichkeiten mit Freunden" erfüllen all das, was wir uns im Westen nach dem Mauerfall immer gewünscht haben vom Kabarett aus dem Osten und seinen ganz eigenen Erzählweisen, ohne dass wir wussten, wie das aussehen könnte. Jetzt wissen wir: So könnte es sein. So saukomisch."


Samstag, 03.05.2008 - 20:30 Uhr
Eintritt: 11 € / 8 € (ermäßigt)

Infos zum Künstler