In unseren hektischen Alltag, in dem das eigentliche Leben oft zur Nebensache kategorisiert wird, bringt Wortfront Lieder, die helle Punkte im Meer aus Regen und Nacht sind. Liebevoll und schonungslos zugleich umhüllt Musik die Texte: Da reißt ein raues Schlagzeug wütend das Tempo an sich, dort geht ein dumpfer Basslauf direkt unter die Haut – und über allem schwingt stets die Magie der Streicher, die mal mit süßem Schmelz, mal mit kratziger Attitüde die Arrangements nach vorne treiben. Lieder von Wortfront sind nicht nur Lieder. Sie sind Momentaufnahme, Milieustudie und Mahnung in einem. Es geht sarkastisch zur Sache und oft verfinstert sich ein Song zur ätzenden Satire, doch es macht stets ein hübsches Geräusch, wenn bei Wortfront Tabus brechen – weil neben allem skurrilen und bitterbösen Humor immer genug Platz für zärtliche Botschaften bleibt, die direkt ins Herz treffen.
Die Künstler verabschieden sich zunehmend von elektronisch vorprogrammierten Klängen, sie lassen ihrer Musik freien Lauf. Das neue Schlagzeug raut den Sound auf, rockig angehauchte Arrangements mit Pop-Appeal sorgen für ein kleines kommerzielles Kalkül, trotzdem bleibt Wortfront dem vertraut anspruchsvollen Sound treu und traut sich noch immer, freche Symbiosen mit klassischen Klängen einzugehen.
Das Programm zur neuen Show überrascht durch Vielseitigkeit: Da schmiegt sich ein vorlauter Popsong an ein Lied mit fröhlicher Tango-Noblesse, da folgt eine handgemachte Rocknummer auf einen Song mit chanson-esker Attitüde, da brennt sich ein gerappter Sommerhit direkt in die Gehörgänge, da weckt eine zärtliche Ballade mit schwermütigem Text tiefe Sehnsüchte. Die Texte sind wie gewohnt bissig, grandios gereimt, witzig und bei alledem immer leicht von der typischen Wiener Melancholie umweht. Wortfront trifft schmerzhaft und mit Leichtigkeit auf den Punkt. Die fünf Musiker stellen mit diesem Programm Songs vor, die es in dieser Kraft, in dieser Virtuosität kein zweites Mal gibt.
Pressestimmen:
„Ein akustisches Feuerwerk von exzellenten Wort- und Klangkünstlern, die immer wieder mit mal poetischem mal schnoddrigem Sprachwitz verblüffen, ergänzt durch furiose Klangcollagen und meisterliche Musiker“ Pforzheimer Zeitung